Wir meinen hier nicht eine Beziehung, in der man Sex hat. Das solle ja eigentlich, gegenseitiges Einverständnis vorausgesetzt, bei Erwachsenen etwas ganz Normales sein. Wir meinen ein Verhältnis, bei dem es ausschließlich um Sex geht. Im Englischen gibt es den schönen Begriff „friends with benefits“, im Deutschen nur die leider etwas in Vergessenheit geratene Umschreibung „Bratkartoffelverhältnis“. Darunter versteht man eine unverbindliche Zweckbeziehung. Der Ausdruck entstand im Ersten Weltkrieg als sich Männer mehr nach warmen Essen und weniger nach Liebe gesehnt haben. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich heimkehrenden Soldaten von Kriegswitwen bekochen und lebten in wilder Ehe, um den Verlust der Witwenrente zu vermeiden.
Wir reden also über die Vereinbarung in einer bestimmten Art von Beziehung zwischen zwei Menschen, bei der es lediglich um körperliche Gelüste geht. Gefühle sollen so weit wie möglich außen vor bleiben. Wir wollen an dieser Stelle einmal ganz nüchtern die Vor- und Nachteile dieser Art von Beziehung betrachten.
Vorteile
Es ist bequem! Der wichtigste Grund. Vor allem in unserer hektischen, urbanen Singlewelt ein echter Vorteil. Keine langwierigen Anbahnungen, bei denen man entweder viel Geld oder viel Zeit investiert (oder beides), um dann doch nur genervt mitten in der Nacht alleine nach Hause zu fahren und mit unerfüllten sexuellen Wünschen ins Bett zu gehen.
Außerdem ist man entspannter. Vielleicht kennst du das Gefühl, dass es bei reinen Sexbeziehungen im Bett viel besser klappt? Warum das so ist? Ganz einfach, man macht sich nicht so viele Gedanken, wie man ankommt oder ob man vielleicht etwas falsch macht, man tut es einfach. Frauen und Männer können sich in einer solchen Atmosphäre oft besser fallen lassen. Es ist die bewusste Ausklammerung von Gefühlen, die einfach mehr Spaß ins Bett bringt. Doch auch hier, in einer rein horizontalen Beziehung, sollte der Freifahrtschein für Sex kein Freifahrtschein für schlechtes oder respektloses Benehmen sein.
Nachteile
Es liegt ja eigentlich auf der Hand, oder besser gesagt auf dem Herzen... Irgendwann, und das muss nicht immer unbedingt die Frau sein, will einer von Beiden mehr als nur den Austausch von Körperflüssigkeiten und den Anblick von zerzausten Betten. Es kann ganz harmlos mit der Bitte anfangen, doch auch den Rest der Nacht beim anderen zu verbringen. Dann kommt ein Frühstück dazu, danach ein kleines Mittagessen. Irgendwann zieht einer die Bremse und der andere ist verletzt. Sich zu verlieben erniedrigt niemanden, doch trotzdem nagt es am Selbstbewusstsein. Oft werden die Gefühle dann von dem Partner, der mehr will, überspielt, um nicht alles zu verlieren. Später kann aus einer einst so lustig und unbefangen begonnenen Bettgeschichte eine richtige Tragödie werden. Folgenreich ist es auch, wenn man vorher befreundet war, denn der Weg zurück zu einer rein platonischen Freundschaft ist sehr, sehr schwer. Wir haben hier ein paar Tipps zusammen getragen, die jeder in einer Sexbeziehung beherzigen sollte:- Legt genaue Regeln fest. Keine Ausnahmen, keine Verstöße!- Redet niemals über eine mögliche Zukunft miteinander.- Verletze deinen Sex-Buddy nicht mit Liebesgeschichten über andere Partner.- Respektiere deinen Partner wie einen guten Freund. Eine Sexbeziehung bedeutet nicht, dass man unhöflich und gemein sein darf.- Seid ehrlich zueinander. Sex zu haben, ohne Gefühle zu zeigen, ist ein Spiel mit dem Feuer. Es kann sehr viel Spaß machen, sollte aber mit dem nötigen Mitgefühl gespielt werden. Vielleicht entsteht ja später doch noch mehr als nur ein Abenteuer im Bett...